Datensicherung: Die Horror-Geschichte des Bernd K.

Sonntagmorgen: Bernd K. wird von seinem Telefon unsanft geweckt. Er blickt auf den Wecker und muss feststellen: Es ist 04:15 Uhr. Er fragt sich, wer wohl grade anruft und er schaut auf sein Handydisplay - es ist sein Geschäftspartner. Schlaftrunken hebt er ab und er hört die Nachricht, dass er sofort zur Firma kommen soll, da ein Großaufgebot der Feuerwehr dort steht und den Brand bekämpft. Ohne weitere Fragen zu stellen springt er aus dem Bett, zieht sich flott die Klamotten von gestern an, schüttet sich einen Schwung Wasser ins Gesicht, nimmt die Autoschlüssel und eilt in Richtung Firma.

 

Als er dort ankommt, stellt sich erst das komplette Ausmaß der Verwüstung dar: Das gesamte Gebäude brennt lichterloh. Sein erster Gedanke: Dort drin ist nichts mehr zu retten!

Nachdem ihm der erste Tankstellenkaffee in die Hand gedrückt worden ist und der Einsatzleiter verkündet, dass nun alles unter Kontrolle sei, gilt es mit den Führungskräften des Unternehmens ein Meeting einzuberufen, in dem sogenanntes Krisenmanagement betrieben wird. Man sitzt also - inzwischen mit einer Kanne Filterkaffe - gemeinsam am Tisch und beginnt zu diskutieren.

 

TOP 1 - Wiederanlauf des Geschäftsbetriebes

Selbstverständlich hat er bereits mit seinem IT-Betreuer des Vertrauens Kontakt hergestellt. Dementsprechend klar ist auch, dass man eine Datensicherung benötigt. Gut, dass Bernd K. sich damals bei der Anschaffung des neuen Serversystems für die relativ teure und aufwändige Sicherungsstrategie auf portable Medien entschieden hat, sodass immer eine Datensicherung außer Haus gebracht wird. Nun benötigt er lediglich diese Kassette mit der Datensicherung von Freitag und schon kann die Wiederherstellung der digitalen Produktionsumgebung beginnen. Und nun beginnt die Fragerei.

 

Wer hat die Kassette gewechselt? - Mitarbeiter P. Schmitt, der war ja beauftragt.

Also wird Herr Schmitt versucht anzurufen. Nach wenig erfolgreichen Telefonaten erinnert sich auf einmal sein Kollege, dass Herr Schmitt die letzten beiden Wochen Urlaub hatte. Demnach hat Herr Schmitt doch nicht die Kassette gewechselt.

 

Wer hat die Vertretung für Herrn Schmitt übernommen?

Keine Antwort, nur fragende Gesichter. Die daraus resultierende Frage:

 

Wo beginnt man mit der Nachfrage, wer die Datensicherung übernommen hat?

Hierzu gibt es eine unschöne Antwort: Keiner, weil es nicht festgelegt war.

 

Also gut, man nimmt die letzte Datensicherung aus dem Zeitraum, in dem Herr Schmitt noch keinen Urlaub hatte. Das ist der Freitag von vor zwei Wochen. Man kalkuliert zwei Wochen Datenverlust ein - ärgerlich genug, allerdings nun nicht mehr zu ändern. So setzt sich das Meeting fort.

 

Dienstbeflissen beschafft Bernd K. nach dem Meeting die Kassette der vermeintlich letzten Datensicherung mit dem Datenstand von vor zwei Wochen und drücken diese seinem nun inklusive Ersatzhardware erschienenen IT-Dienstleister zur Wiederherstellung in die Hand. Eine halbe Stunde später, nachdem der erste Server hochgefahren worden ist meldet dieser zurück, dass diese Daten allerdings nicht von vor zwei Wochen sind, sondern die von vor sechs Wochen. Innerlich bricht Panik aus - Wie kann das denn sein?!

 

Die Antwort liegt auf der Hand: Am Freitag vor zwei Wochen war doch noch der Firmenausflug und kein Mitarbeiter ist in der Firma erschienen. Also reicht Bernd K. seinem  ITler die Kassette von dem Donnerstag von vor zwei Wochen (er hat ja mitgedacht und gleich alle Kassetten zum sogenannten Restore beschaffen lassen). Hier ist nach fünf Minuten klar: das Medium ist defekt, ein Restore ist unmöglich. Auch hier stellt sich folgende Frage: Warum ist diese Kassette defekt?

 

Dazu gibt es auch eine Vorgeschichte: Bei der letzten Wartung der Systeme wurde der beginnende Defekt festgestellt, ein entsprechendes Angebot lag vor. Allerdings war jeder derart im Stress, dass es einfach durchgegangen ist, diese Kassette zu ersetzen und Bernd K. seinen IT-Dienstleister bitten musste, ihn nicht mehr mit dem Thema zu nerven.

 

Demnach nimmt man nun die Mittwoch-Kassette von vor zwei Wochen. Auch hier muss man feststellen, dass der Datenstand ca. sechs Wochen alt ist. Wie kann das denn nun schon wieder sein? Keine passende Antwort. Daraufhin dämmert es Bernd K.: Sein IT-Dienstleister hat ihn bereits darauf hingewiesen, dass man über den Wechsel besser eine Liste führen sollte. Aus Gründen der Aufwandsvermeidung wurde dieser Vorschlag allerdings dann doch einstimmig von der Vorstandssitzung abgelehnt.

 

So geht die Suche nach der aktuellsten Datensicherung weiter, bis schließlich fünf Stunden später eine passende Sicherung gefunden worden ist. Dummerweise muss man sich nun mit etwas mehr als drei Wochen Datenverlust zufrieden geben, anstelle der unfreiwillig geplanten zwei Wochen vom frühen Morgen. Welche Folgen das für Bernd K.´s Unternehmen hat, können Sie sicherlich selbst bewerten.

 

Zugegeben - das hier ist schon ein ziemlich übles Szenario, aber durchaus denkbar. Im Alltag gehen die kleinen Dinge oft gedanklich vergessen, die sich dann in einem akuten Fall aufsummieren, wie anhand dieses Beispiels gut nachvollziehbar ist.

 

Hilfreich gegen viele der oben beschriebenen Stolperfallen - von Urlaub, über Krankheit, fehlende Vertretungsregelungen, Vergessen des Mediumwechsels und vielen weiteren Pannen, kann schon ein einfaches Online-Backup der wichtigsten und unternehmenskritischen Daten helfen. Dort vergisst niemand ein Medium zu wechseln, Online-Backup wird nicht krank und nimmt auch keinen Urlaub.

 

Gerne beraten wir Sie zu unterschiedlichen Backupstrategien, sei es lokal im eigenen Haus,  teilportabel mit tragbaren Medien oder eine Hybridlösung in der Cloud - sprechen Sie uns einfach drauf an!